Haste was, dann biste was

- Was bin ich eigentlich wert?

In den letzten Jahren ist der Neid sogar zum Thema der soziologischen Forschung und der Literatur geworden.  Auf einer diesem Thema gewidmeten Internetseite las ich: „Ein starkes Gefühl hat Hochkonjunktur: Neid. Die Deutschen seien die neidischste Nation, hört man - eine Neid-Gesellschaft. Neid sei typisch deutsch. Ist dem so? Oder ist es typisch deutsch, sich für besonders neidisch zu halten?... Der Neid der Besitzlosen auf die Besitzenden ist ein selbstzerstörerisches Gefühl. Psychologisch ist Neid tief verbunden mit dem Gefühl der Ungerechtigkeit. Im Volksmund heißt es "Neid frisst". Neidische Menschen sind unglücklich und machen sich machtloser als sie sind. Soziologen gehen davon aus, dass Neid nicht nur eine persönliche, zerstörerische Kraft hat. Gesamtgesellschaftlich kann er produktiv wirken. Die Frage nach einer gerechten Verteilung in der Gesellschaft wird dadurch berührt.“

Die Neidgesellschaft

Die einen halten Neid für eine nötige Antriebskraft der Wirtschaft. Andere sehen ihn negativer. Ein Buchtitel lautet: „Die Neidfalle. Wie Mißgunst unsere Wirtschaft lähmt“.  Der Soziologe Sighard Neckel schreibt: "In der Öffentlichkeit dient »Neid« als politischer Kampfbegriff, den (...) vor allem besser Gestellte benutzen. Wer stets alles haben kann, was er begehrt, mag mühelos das Ressentiment bei jenen entdecken, deren Bestrebungen weniger vornehm aussehen. In den symbolischen Kämpfen um die Verteilung von Gütern und Positionen ist der Neidvorwurf eine beliebte Rhetorik, um Forderungen nach größerer Teilhabe als Ausdruck häßlicher Charaktereigenschaften zu diskreditieren. Darin teilt sich auch immer die Botschaft sozialer Verachtung mit, wollen sich bessere Kreise hiermit doch auch moralisch über den gewöhnlichen Menschen erheben."

 

Ganz sicher ist der Neid nicht erst eine Gefühlsregung, die in der Neuzeit aufgekommen ist. Aber in den letzten Jahren ist es chic geworden, den Neid nicht mehr als Untugend oder gar Todsünde zu sehen. Er sei besonders in der westlichen Welt zu einer Art Sozialcharakter geworden. Man nennt ihn jetzt Wettbewerb oder Umverteilung. Es gebe sogar „ein Menschenrecht auf Neid“, liest man.

 

Nun sagt man: Geld macht nicht glücklich. Es geht sogar das Gerücht um, dass Multimillionäre oft unglücklich seien. Das ist merkwürdig. Möchten Sie das nicht auch mal ausprobieren? Man möchte doch mal selber sehen,  wie sich das Unglück anfühlt, wenn man ein paar Millionen besitzt, oder? Vielleicht gehören Sie ja zu denen, die das schon kennen.

 

Es hängt so viel am Geld. Es ist viel mehr als nur ein Zahlungsmittel. Es verspricht nicht nur Bequemlichkeit und Genuss, wichtiger ist uns Sicherheit. Die kann man sich für bestimmte Lebensbereiche mit Geld kaufen, wenn man es hat. Und niemand kann leugnen, dass Geld Ansehen verschafft. Das stimmt leider sogar dann, wenn jemand das Geld nicht auf ehrliche Weise verdient hat. Das fängt bei den Kids an und hört bei den Senioren nicht auf. Handys, die neuesten elektronischen Spielzeuge, Markenklamotten, Autos, Urlaubsreisen, Häuser. Haste was, dann biste was.

 

Und weil Geld und Besitz so wichtig sind, müssen wir für eine halbwegs gerechte Verteilung sorgen, damit es keinen Mord und Totschlag unter den Menschen gibt. Das ist ziemlich die wichtigste Aufgabe jeder Regierung in einer Demokratie. Aber eigentlich klappt es nie. Neid und Streit bestimmen das Leben der Menschen. Wer den Menschen helfen will, muss ihnen in diesem Bereich helfen. Das ist doch klar.

 

Mehr als ein sozialer Querdenker?

Die Bibel berichtet, dass Jesus mehr als einmal mit diesem zentralen Thema konfrontiert wurde. Seine Vorstellungen zum Thema Geld und Besitz waren für damalige Verhältnisse ziemlich befremdend. Beurteilen Sie selbst, wie Sie damit zurechtkommen. Im Lukasevangelium, Kapitel 12, 13 – 15 lesen wir:

 

„Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teile. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschlichter über euch gesetzt? Und er sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“

 

Das ist enttäuschend, nicht wahr? Hier hätte Jesus beweisen können, dass er in den brennenden Konflikten des Lebens Orientierung geben kann. Schön wenn die Großeltern und Eltern etwas gespart, ein Häuschen gebaut oder sogar ein beachtliches Vermögen zusammengebracht haben. Wenn es ans Erben geht, gibt es nicht selten Streit. Es ist kein schlechter Dienst, wenn einer dafür sorgen kann, dass über dem Erbstreit nicht die ganze Familie auseinander bricht. In dieser Situation hätte Jesus beweisen können, dass seine Hilfe auch für die Härtefälle des Lebens tauglich ist.

 

Jesus aber reagiert nicht einmal einfühlsam und verständnisvoll, wie man es von jedem Berater erwarten würde. Er lehnt schroff ab: Das geht mich nichts an. Sieht er das Problem nicht? Im Gegenteil. Er sieht es messerscharf. Aber er geht es radikaler an, als es dem Hilfe suchenden Mann lieb ist. Als Ursache diagnostiziert er Habgier. Tut doch nicht so, als würdet ihr von der Suche nach Gerechtigkeit getrieben. Ihr sagt Recht, aber ihr meint euren Vorteil. Habgier ist euer Motiv.

 

Jesus stellt eine Behauptung auf, über die man streiten kann: „Niemand lebt davon, dass er viele Güter hat“. Wovon denn sonst? Statt einer Begründung erzählt Jesus eine Gleichnisgeschichte (Lukas 12, 16 – 21):

 

„Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, dessen Feld hatte gut getragen. Und er dachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nichts, wohin ich meine Früchte sammle. Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darin sammeln all mein Korn und meine Vorräte und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut! Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“

Die Rechnung ohne Gott gemacht

Der Mann ist ein vorbildlicher Unternehmer. Er ist kein Verschwender. Es wird nicht berichtet, dass er die gute Ernte sich selbst als Verdienst zugeschrieben hat. Als erfahrener Landwirt wusste er, dass er die entscheidenden Faktoren für das Gelingen der Ernte nicht selber unter Kontrolle hatte. Wir hören aber auch nichts davon, dass er Gott gedankt hat. Vielleicht liegt da schon sein Denkfehler und der Konstruktionsfehler seines Lebens. Zufall, Schicksal, Glück, Schwein gehabt – das sind so die Redensarten.

 

Aber er plant wenigstens fürsorglich die Zukunft. Er investiert nicht in eine Luxusjacht für 10 Millionen, sondern in Silos und Scheunen.

 

Er freut sich über die gewonnene Sicherheit. Dabei sieht er nicht nur die materielle Seite. Er redet mit seiner Seele. Er weiß die Seelenruhe zu schätzen. Und er schöpft Zuversicht aus seinem Reichtum: Habe guten Mut! Der Reichtum vermittelt Sicherheit und natürlich auch Anerkennung bei den Menschen. Dabei ist der Mann nicht maßlos. Wir spüren nichts von dem gierigen Verlangen nach noch mehr. Es scheint, dass er mit seinem Reichtum zufrieden ist. Das sieht alles sehr solide aus.

 

Und doch sagt Gott zu ihm: „Du Narr!“ Du hast die Rechnung ohne Gott gemacht. Heute Nacht stehst du auf Gottes Terminkalender. Wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? Den Erben natürlich. Und das ist doch prima. Die werden sich freuen. Ihnen sei es gegönnt. Aber was ist mit dem Mann selbst? Sein Besitz zählt jetzt nichts mehr. Er gehört nicht mehr zu ihm. Der Tod hat ihn davon getrennt.

 

Fazit: „So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“ Was heißt das: reich sein bei Gott? Was zählt vor Gott? Was bleibt vor Gott?

 

Die zwei Taschen des Rabbi

Ein Freund, der jetzt Pfarrer in Berlin ist, schickte mir vor einiger Zeit einen Brief. Dem Brief hatte er eine kurze Geschichte von dem frommen Rabbi Bunam beigefügt. Rabbi Bunam gehörte zu den Chassidim in Osteuropa. Chassidim das sind die Treuen, die Gläubigen. Der berühmte jüdische Religionsphilosoph Martin Buber hat die „Erzählungen der Chassidim“ gesammelt.

 

Ich las: „Rabbi Bunam sprach zu seinen Schülern: Ein jeder von euch muss zwei Taschen haben und einen kräftigen Spruch darin, damit er je nach Bedarf danach greifen kann. In der linken liegt das Wort: ‚Auch ich bin nur Erde und Asche.’ Und in der rechten liegt das Wort: ‚Auch um meinetwillen hat Gott Himmel und Erde erschaffen.’

 

Mein Freund hatte diese beiden Sprüche in Scheckkartengröße drucken lassen. Er empfiehlt, dem Rat von Rabbi Bunam zu folgen und die beiden Karten in Jacken- oder Hosentaschen zu tragen. Wenn wir uns anmaßend verhalten und so tun, als hätten wir alles im Griff, dann greifen wir in die linke Tasche, um wieder auf den Boden zu kommen. Wenn wir mutlos sind und von Minderwertigkeitsgefühlen runtergezogen werden, dann greifen wir in die rechte Tasche, um wieder aufgerichtet zu werden.

Die Voraussetzung: Gott kennen

Die notwendige Voraussetzung dafür, dass es wirkt, aber ist, dass wir Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde, kennen. Fromme Sprüche helfen nicht gegen niederschmetternde Tatsachen. Jesus Christus ist gekommen, damit wir Gott kennen lernen. Sogar persönlich.

 

Jesus redet Klartext von Gott. Gott hat keinen Respekt vor unseren Dummheiten. Wenn wir meinen, wir könnten unseren Wert durch Reichtum bauen und sichern, sagt er: Du Dummkopf! Im Tod und im Gericht Gottes wird aller Reichtum zu Schrott. Es wird sogar aufgedeckt und peinlich sichtbar, dass an dem Geld Dreck und Blut klebte, wenn der Reichtum durch Lüge und Betrug erworben wurde. Das schreit zu Gott. Wer mit Unrecht seinen Reichtum zusammenbringt, spekuliert darauf, dass die Leute ein kurzes Gedächtnis haben und schnell vergessen. Aber er täuscht sich. Gott hat ein erschreckend gutes Gedächtnis. Vor Gott zählen Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe. Es gibt eine Auferstehung unserer Sünden. Gott wird das Unrecht, die Lüge und die Rücksichtslosigkeit richten.

 

Wir lernen Gott am Kreuz von Jesus als den Richter kennen. Dort sehen wir seine kompromisslose Heiligkeit. So ernst nimmt er unser Unrecht, dass Jesus stellvertretend dafür sterben muss.

 

Am Kreuz lernen wir Gott zugleich als den Retter kennen. Er selbst trägt das Urteil in Jesus. Wir werden begnadigt. Wir sind frei. Wir sind ihm den Preis wert. Damit gibt er uns einen neuen Wert. Daraus soll eines neues Selbstwertgefühl wachsen.

 

Wir lernen Gott als den fürsorgenden Vater kennen. Um die unglaubliche Fürsorge Gottes zu beschreiben, hat Jesus zwei extreme Vergleiche genannt: „Kauft man nicht zwei Sperlinge für einen Groschen? Dennoch fällt keiner von ihnen auf die Erde ohne euren Vater. Nun aber sind auch eure Haare auf dem Kopf alle gezählt.“ (Matthäus 10, 29-30) Haben Sie sich selbst je so ernst genommen, dass Sie Ihre Haare gezählt haben? So sorgfältig ist Gott. Er gibt uns unser tägliches Brot. Damit ist alles zusammengefasst, was wir zum Leben brauchen: Essen, Trinken, Luft, Verwandte, Freunde, Beruf, Sozialversicherung, Krankenkasse, Medizin, Zeit zur Erholung.

 

Das Kreuz am Türpfosten

Vor einiger Zeit schenkte mir ein guter Freund ein kleines Bronzekreuz. Ich habe es direkt am Türpfosten in meinem Arbeitszimmer zu Hause hängen. So kann ich es jedes Mal anschauen, wenn ich den Raum verlasse. Das Kreuz zeigt auf beiden Balken lauter Gesichter von jungen und alten Menschen. Ich sehe die Menschen in dem Kreuz von Jesus.

 

Am Kreuz von Jesus kann ich den Wert jedes Menschen ablesen – auch meinen eigenen. „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Das Kreuz entlarvt auch schonungslos die Bosheit von uns Menschen. Darum musste Jesus sterben. Er trägt das Gericht des heiligen Gottes, das eigentlich ich verdient habe. Aber wir sind Gott so wertvoll und wichtig, dass er sich unsere Bosheit und Verkommenheit selbst auflädt, damit wir frei sein sollen.

 

Damit ist der Wert für unser Leben ein für allemal festgelegt. Dieser Wert bleibt stabil. Er kann nicht mehr entwertet werden, weil Jesus auferstanden ist. Der Tod lässt alle Werte unseres Lebens ins Nichts stürzen. Aber Jesus kann er nichts mehr anhaben. Die Liebe von Jesus ist stärker als der Tod. Das gibt unserem Leben den stabilen Wert.

 

Wenn Jesus uns die Fürsorge des Vaters im Himmel verspricht, dann kann selbst der Tod diese Fürsorge nicht beenden.

 

Unverlierbar reich

Alles, was ich im Auftrag von Jesus tue, hat ewige Gültigkeit. Es hat die Qualität des ewigen Lebens in sich. Die kleinen Puzzle-Teile meines Lebens werden von Jesus zu dem großen Gesamtbild zusammengefügt, das nur er schaffen kann. Dadurch bekommt mein Leben unverlierbare Bedeutung. Keine Tat der Liebe wird vergeblich sein. Im Gericht Gottes wird alles noch einmal zur Sprache kommen, hat Jesus gesagt.

Ein Freund hat begriffen, was Reichtum bei Gott ist. Er lebt nach dem Motto: „Mir gehört nur, was ich verschenke.“

 

Wir Christen buchstabieren dieses Wunder der Liebe Gottes im Alltag bei jeder Mahlzeit. Wir beten, bevor wir zu essen beginnen. Mit dem Dankgebet nehmen wir die Mahlzeit als Geschenk Gottes und als Ausdruck seiner liebevollen Wertschätzung. Das Essen und Trinken ernährt uns nicht nur. Es ehrt uns auch. Wieso?

 

Ich hatte einmal die Ehre, mit dem gerade verstorbenen Bundespräsidenten Johannes Rau im Schloss Bellevue zu Abend zu essen. Das Essen war sehr gut und hat mich natürlich gesättigt. Aber noch wichtiger war die Ehrung, die damit verbunden war, mit dem Bundespräsidenten an einem Tisch zu sitzen. Was mich am meisten gefreut hat, dass an dieser Präsidententafel noch ein höherer Gastgeber als der Bundespräsident begrüßt wurde. Mit dem Tischgebet wurde deutlich, dass wir alle guten Gaben und alle Ehre aus der Hand des Höchsten empfangen. Wenn wir vor dem Essen beten, würdigen wir, dass Gott selbst uns als Gast an seinen Tisch geladen hat. Das ist was. Ich bin wer.

 

Keiner soll verloren gehen!

Der Freund, der mir das wunderbare Bronzekreuz schenkte, leitet das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands. Mehr als hunderttausend benachteiligte junge Menschen finden in vielen Werkstätten und Schulen dieses Werkes Hilfe und Förderung, damit ihr Leben gelingt. Diese Organisation hat das Motto „Keiner soll verloren gehen!“ Das ist eigentlich Gottes Wahlspruch für diese Welt. Wenn wir das für uns selbst annehmen, werden wir auch dafür arbeiten, dass viele andere das erleben. Das ist der ganze Sinn und Zweck von ProChrist.

Wie finde ich den Einstieg?

Mit der Frage nach dem Selbstwertgefühl berühren wir wohl eines der wichtigsten Probleme der Menschen von heute. Sie mögen bis hierhin gedacht haben: „Das ist wunderbar. Wenn ich das doch auch erfahren könnte! Aber wie komme ich dazu?“

Manche möchten an Jesus Christus glauben, aber sie können nicht. Warum eigentlich nicht? Ist das schicksalhaft bei dem einen so und bei der anderen so? Wir sollten uns auf jeden Fall die Frage stellen: „Was hindert mich, Jesus Christus zu vertrauen?“ Wer nichts von ihm weiß, wird ihm nicht vertrauen können. Darum beschreibe ich Jesus in meinen Reden. Die Bibel liefert uns alle Informationen über Jesus und gibt uns damit die Gründe, dass wir ihm vertrauen können.

 

Allerdings gibt es einen besonders kritischen Punkt, der den Glauben an Jesus verhindert. Darüber hat Jesus unverblümt gesprochen: „Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, sucht ihr nicht.“ (Johannes 5, 44) Setzen Sie das Wort Anerkennung für das Wort Ehre ein. Damit sind Sie näher an unserem Sprachgebrauch heute. Aber es geht ums Gleiche.

 

Wenn Sie den Wert Ihres Lebens von der Beurteilung anderer Menschen abhängig machen, müssen Sie Achterbahn fahren. Es geht wild rauf und runter. Und bei manchen nur noch runter, bis es kracht. Viele trauen sich mit Rücksicht auf das, was andere über sie denken, nicht, die Bibel zu lesen, sich mit Jesus zu befassen und sich nach dem Wort Gottes zu richten. Was ist wichtiger: Die Meinung der Menschen oder die Meinung Gottes, des Schöpfers und Richters über mich?

Am Kreuz des Jesus Christus hat Gott unseren Wert dargestellt. Dort sehen wir sein vernichtendes Urteil über unser selbstsüchtiges, selbstgerechtes oder auch verlogenes Leben. Zugleich sehen wir dort auch das große JA der Liebe Gottes, der uns retten will. Er will uns unser verfehltes Leben abnehmen und vergeben. Er will neu mit uns anfangen.

 

Wie finde ich den Einstieg? Indem ich Gott Recht gebe: „Du hast Recht mit deinem Urteil über mein Leben. Ich bekenne dir meine Schuld. Ich bitte dich um Vergebung. Ich danke dir, dass du das Todesurteil für mich getragen hast. Ich will dir gehören. Danke, dass du mich liebst. Ich will in Zukunft tun, was du willst. Deine Anerkennung ist für mich das Allerwichtigste. Du machst mich stark durch deine Liebe.“

 

Das könnte Ihr Einstiegsgebet sein. Werden Sie in diesem Gebet praktisch. Sie wissen genau, was nicht so gelaufen ist, dass es Gottes Anerkennung finden kann. Messen Sie Ihr Leben an den Geboten Gottes. Beim Aufräumen des Lebens kann man gar nicht gründlich genug sein. Jesus ist in jedem Fall gründlicher, als wir es sein können. Er kennt auch das Böse in den verborgensten Winkeln unseres Lebens – und liebt uns. Er will es vergeben. Er will uns verändern.

Mit der Vergebung der Schuld beginnt ein lebenslanger Veränderungsprozess. Von da an suchen wir vor allen Dingen die Anerkennung des alleinigen Gottes. Leider erliegen wir immer wieder der Versuchung, den Wert unseres Lebens an der Börse der Menschenmeinungen zu handeln. Meine Frau hatte an unserem Küchenschrank mal einen Spruch hängen: „Die Deutschen sind Denker. Sie denken immer, was die anderen Leute über sie denken.“ Und dann vergleichen wir uns mit anderen. Mit dem Vergleichen fängt das ganze Elend an.

 

Jede und jeder von uns ist von Gott auf einzigartige Weise gedacht und gemacht. Im Licht der Liebe Gottes sollen wir uns selbst entdecken. Wir dürfen uns so wertschätzen, wie Gott es tut.

 

Für den täglichen Heilungsprozess, damit unser Selbstbewusstsein gesund wird, empfehle ich das Gebet aus dem Psalm 139, 14: „Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“

 

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