Geliebt, begabt, gebraucht – Das Leben macht Sinn.

Warum lassen wir uns eigentlich nur durch Krisen und Katastrophen zum Nachdenken über unser Leben bewegen? Ich wünsche mir um der Menschen willen so sehr, dass sie in guten Zeiten aufwachen und Fragen stellen. Warum? Wozu? Aber nein. Schwein gehabt und ab geht’s im Schweinsgalopp auf die Piste der Gedankenlosigkeit.


Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre spielte sich in Kalifornien, USA, eine dramatische Geschichte ab. Nicht weit von Los Angeles lebte eine normale amerikanische Familie, Enkel mexikanischer Einwanderer. Das glückliche Familienleben wurde eines Tages durch die schreckliche Diagnose getrübt, dass die siebzehnjährige Tochter eine schwere Form von Blutkrebs hatte.

Kampf gegen den Tod

Die ganze Familie nahm den Kampf gegen diesen tödlichen Feind auf. Sie engagierten sich in der Organisation „Life-Savers“ (Lebensretter), eine der ersten Knochenmarkvermittlungen in der Welt. Wegen der besonderen Erfordernisse war die Chance, einen passenden Spender zu finden, sehr gering. Die Eltern und der Bruder des Mädchens waren bereits getestet worden, kamen aber als Spender nicht infrage. Die ganze Familie sprach in Versammlungen von Wohltätigkeitsorganisationen und Vereinen aller Art über die Notwendigkeit, Knochenmark zu spenden, um Leukämiekranke zu retten. Viele tausend Menschen folgten ihrem Aufruf. Allerdings war für das Mädchen dieser Familie kein geeigneter Spender darunter. Das Mädchen und seine Eltern waren der Verzweiflung nahe. Die Zeit arbeitete gegen sie.

Schließlich entschlossen sich die Eltern, obwohl sie schon um die 40 Jahre alt waren, noch ein Kind haben zu wollen. Damit war auch die unsichere Hoffnung verbunden, dass dieses Kind der passende Spender sein könnte. Tatsächlich wurde die Frau schwanger. Da die ganze Geschichte durch die Knochenmarkspenderwerbung auch öffentlich bekannt geworden war, gab es über diese Schwangerschaft eine heftige Kontroverse in den Medien. Das Ehepaar hatte sich in seiner Not um die vom Tode bedrohte Tochter zu diesem Schritt trotz aller Risiken durchgerungen. Jetzt geriet die Familie zusätzlich zu aller Not in das Kreuzfeuer der öffentlichen Auseinandersetzung.

Das Wunder passierte. Ein gesundes Mädchen wurde geboren und die Untersuchungen nach der Geburt ergaben, dass es als Spender von Knochenmark für die Schwester infrage kam. Als das kleine Kind groß genug war, um eine Knochenmarkentnahme verantworten zu können, wurde die Transplantation durchgeführt. Sie gelang.

Diese Geschichte von Hoffnung und Verzweiflung, Liebe und Kampf, Tränen und Lachen hat mich sehr beeindruckt. Sie ist außergewöhnlich und typisch zugleich. Millionen müssen erleben, dass der Tod alle ihre Hoffnungen durchkreuzt. Die Diagnose einer tödlichen Krankheit schlägt wie eine Bombe in die Routine des Alltags ein.

Wenn alles in Frage gestellt wird

Normalerweise stellen wir die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht. Wir sind im großen Ganzen zufrieden. Plötzlich aber ist alles, was uns lieb und wert ist, infrage gestellt. Alle Pläne sind durchkreuzt. Ist das fair? Macht das Leben noch Sinn?

Wodurch bekommt unser Leben einen Sinn? Wird es dadurch sinnvoll, dass wir gesund sind und etwas Nützliches leisten? Leider denken viele so. Aber wir sind keine Maschinen. Eine Maschine ist darum sinnvoll, weil sie etwas produzieren kann. Wenn sie dazu nicht taugt, wird sie stillgelegt und verschrottet. Diese Denkweise ist in unserer Gesellschaft – auch auf Menschen bezogen - gang und gäbe. Das Ergebnis: Menschen werden irgendwann zu Sozialschrott.

In Wirklichkeit wird unser Leben allein dadurch sinnvoll, dass wir geliebt werden. Egal, ob wir alt oder jung, gesund oder krank, reich oder arm sind. Kein Kind stellt die Frage nach dem Sinn des Lebens, solange es geliebt wird. Ich habe noch nie gehört, dass Verliebte behaupten, das Leben sei sinnlos. Wenn die Liebe erlöscht, geht das Licht aus und das Leben versinkt in dunkler und kalter Sinnlosigkeit.

Das Liebesdrama der Weltgeschichte

In der aufregenden Geschichte von der wunderbaren Rettung des blutkrebskranken Mädchens spiegelt sich in gewisser Weise das größte Liebesdrama der Weltgeschichte wider. Es beginnt an Weihnachten: „Welt ging verloren, Christ ist geboren.“ Dieses Weihnachtslied dudelt in der Weihnachtszeit aus allen Lautsprechern. Aber wer begreift das Wunder? Der Schöpfer der Welt wird als kleines Kind geboren, um unser Leben zu retten. Einen anderen Weg zur Rettung gibt es nicht. Den tödlichen Krebs der Gottesferne und Gottesfeindschaft kann kein Mensch heilen. In Bethlehem wird unter erbärmlichen Verhältnissen das Kind Jesus geboren, das bringen kann, was uns rettet. Der Zweck seiner Geburt ist die Rettung unseres Lebens.

Die Bibel spricht eine harte Sprache. Im 1. Petrus-Brief (Kapitel 1,18-19) lesen wir: "Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem sinnlosen Leben nach Art eurer Vorfahren, sondern mit dem kostbaren Blut des Christus". Das hört sich an wie eine Blutübertragung. Jesus wurde um unseretwillen nicht nur geboren, er ist auch für uns gestorben und auferstanden. Seine Liebe und Gerechtigkeit wird gegen unsere Selbstsucht und Ungerechtigkeit ausgetauscht. So wird unser Leben entgiftet. Wir sind gerettet.

So beweist Gott, dass er uns liebt. Seine Liebe ist nicht nur ein Gefühl. Jesus opfert sein Leben für uns. Wer sich dieser Liebe öffnet, der spürt: Mein Leben ist absolut sinnvoll. Ich bin von Gott gewollt. Ich bin ihm sehr wichtig. Er hat mich erdacht und geschaffen. Er hat mich erhalten, obwohl ich oft törichte, schädliche Wege gegangen bin. Er hat mich durch das Opfer seines Lebens gerettet. Jetzt kann ich mich über dieses neu geschenkte Leben freuen. So wird das Leben ein Fest der Dankbarkeit.

Wer so erlebt, dass sein Leben durch die Liebe Gottes sinnvoll geworden ist, der hat natürlich den heißen Wunsch, auch etwas Sinnvolles zu tun. Bitte die Reihenfolge beachten! Wir tun nicht etwas Sinnvolles, damit unser Leben dadurch sinnvoll wird. Aber weil unser Leben sinnvoll ist, können und sollen wir auch etwas Sinnvolles tun.

Für uns alle - so verschieden wir auch sind - ist Jesus Christus der einzige Zugang zu Gott und damit zu einem sinnvollen Leben. Die Wege der Menschen zu Jesus Christus allerdings sind sehr verschieden. Wir können das schon in der Bibel sehen.

Ein grundsolider Kerl

Simon Petrus wurde zu einer der Schlüsselfiguren der Christenheit. Lesen Sie, wie er den Sinn des Lebens entdeckte. Die Geschichte vom Anfang seines Lebens mit Jesus Christus finden wir im Lukasevangelium Kapitel 5, 1 – 11:„Es begab sich aber, als sich die Menge zu Jesus drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische, und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, so daß sie fast sanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfaßt und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.“

Die Sache fängt sehr praktisch an. Die Masse der Zuhörer droht Jesus in den See Genezareth zu drängen. Er leiht sich von dem Fischer Simon das gerade ungenutzte Boot als schwimmendes Rednerpult. Keine schlechte Idee. Jesus redet vom Boot aus zu den Menschen. Wir wissen nicht wie lange. Kurz war's jedenfalls nicht. Jesus hatte etwas zu sagen. Die Menschen haben sich Zeit genommen. Simon hat zwangsweise zugehört.

Dann passiert das Wunder. Wo die im Fischerhandwerk erfahrenen Fachleute nichts fangen konnten, bescherte Jesus einen riesigen Fang. Simon erschrickt. Warum erschrickt er? Hat er nicht allen Grund zur Freude? Das schon. Aber er sieht mehr als viele Fische. Er sieht, dass in Jesus Gott selbst vor ihm steht. Und er begreift sofort, dass sein Leben nicht zur Heiligkeit Gottes passt. „Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch.“ Er ist davon überzeugt, dass Jesus sich von ihm abwenden muss. Aber Jesus wendet sich ihm zu: „Fürchte dich nicht! Von nun an wirst du Menschen fangen.“

In diesem kurzen Satz schenkt Jesus dem Simon zweierlei: Erstens gibt er ihm die Vergebung der Sünden. Zweitens beruft er ihn in seinen Dienst und gibt ihm eine Aufgabe unter den Menschen. Die Vergebung der Sünden wird gar nicht ausdrücklich ausgesprochen. Sie ist in die Berufung sozusagen eingewickelt.

Jesus macht den Simon zu einem Mitarbeiter, der viele Menschen in die Gemeinschaft mit Gott bringen soll. Ist Simon dafür geeignet? Das, was er besaß - ein leeres Boot -, hat er Jesus zur Verfügung gestellt. Dadurch konnte Jesus zu vielen Menschen sprechen. So ist Simon für Jesus ein Mitarbeiter gewesen, obwohl er noch gar nicht an ihn glaubte. So praktisch kann es zugehen. Jesus würdigt den Simon, indem er sein Boot gebraucht.

Sonst hat Simon nicht viel zu bieten. Als Fischer hat er zwar einige Fachkenntnisse, aber im Augenblick ist sein Leben von Erfolglosigkeit und Vergeblichkeit bestimmt. Nach der Nachtschicht ohne Ergebnisse war Simon sehr müde - sicher nicht nur körperlich. Die Vergeblichkeit kann einen Menschen kaputtmachen.

Und außerdem wird dem Simon in der Begegnung mit Jesus erschreckend klar, dass sein Leben überhaupt nicht zu Gott passt. Schlagartig ist er sich seiner Sünden bewusst. Er erschrickt. Er weiß plötzlich, dass Sünde nicht ein harmloser moralischer Flecken ist. Er weiß, dass er mit seinem Leben Gottes Liebe und Heiligkeit beleidigt hat und dass er verloren ist.

Und genau diesen Mann nimmt Jesus an und macht ihn zu einem seiner wichtigsten Mitarbeiter. Wenn Sie die Berichte über Simon Petrus im Neuen Testament lesen, werden sie entdecken, dass er viele charakterliche Mängel gehabt hat. Und trotzdem hat Gott ihn gebraucht.

 

Ein wütender Gegner

Der Fischer Simon erscheint uns als ein normaler, solider Mann - natürlich mit allen Fehlern und Schwächen, wie wir sie auch an uns haben. Aber Jesus ist auch Menschen begegnet, die von anderem Kaliber waren. Zum Beispiel dem jungen fanatischen Intellektuellen, Saulus. Er war auf dem Weg, eine große Karriere in Jerusalem zu machen. Und er war überzeugt, dass die Sache mit Jesus der größte Unsinn und sogar eine Gefahr für die Menschheit sei. Deshalb bekämpfte er diesen – aus seiner Sicht - sektiererischen Aberglauben. Er war so ein Typ Osama bin Laden. Erziehung an der Eliteuniversität und voller Hass.

Lesen Sie die Geschichte seiner Begegnung mit Jesus und wie das Leben des Saulus neuen Sinn bekam. Es ist wichtig, dass Sie diese Geschichte zur Kenntnis nehmen. Jesus ist in der Lage, Leute in seine Nachfolge zu rufen, die ihn hasserfüllt bekämpfen. Wir finden diesen Bericht in der Apostelgeschichte, Kapitel 9, 1 – 30:

„Saulus aber schnaubte noch mit Drohen und Morden gegen die Jünger des Herrn und ging zum Hohenpriester und bat ihn um Briefe nach Damaskus an die Synagogen, damit er Anhänger des neuen Weges, Männer und Frauen, wenn er sie dort fände, gefesselt nach Jerusalem führe. Als er aber auf dem Wege war und in die Nähe von Damaskus kam, umleuchtete ihn plötzlich ein Licht vom Himmel; und er fiel auf die Erde und hörte eine Stimme, die sprach zu ihm: Saul, Saul, was verfolgst du mich? Er aber sprach: Herr, wer bist du? Der sprach: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; da wird man dir sagen, was du tun sollst. Die Männer aber, die seine Gefährten waren, standen sprachlos da; denn sie hörten zwar die Stimme, aber sahen niemanden. Saulus aber richtete sich auf von der Erde; und als er seine Augen aufschlug, sah er nichts. Sie nahmen ihn aber bei der Hand und führten ihn nach Damaskus; und er konnte drei Tage nicht sehen und aß nicht und trank nicht. Es war aber ein Jünger in Damaskus mit Namen Hananias; dem erschien der Herr und sprach: Hananias! Und er sprach: Hier bin ich, Herr. Der Herr sprach zu ihm: Steh auf und geh in die Straße, die die Gerade heißt, und frage in dem Haus des Judas nach einem Mann mit Namen Saulus von Tarsus. Denn siehe, er betet und hat in einer Erscheinung einen Mann gesehen mit Namen Hananias, der zu ihm hereinkam und die Hand auf ihn legte, damit er wieder sehend werde. Hananias aber antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört über diesen Mann, wieviel Böses er deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat; und hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle gefangenzunehmen, die deinen Namen anrufen. Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, daß er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wieviel er leiden muß um meines Namens willen.  Und Hananias ging hin und kam in das Haus und legte die Hände auf ihn und sprach: Lieber Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Wege hierher erschienen ist, daß du wieder sehend und mit dem heiligen Geist erfüllt werdest. Und sogleich fiel es von seinen Augen wie Schuppen, und er wurde wieder sehend; und er stand auf, ließ sich taufen und nahm Speise zu sich und stärkte sich. Saulus blieb aber einige Tage bei den Jüngern in Damaskus. Und alsbald predigte er in den Synagogen von Jesus, daß dieser Gottes Sohn sei. Alle aber, die es hörten, entsetzten sich und sprachen: Ist das nicht der, der in Jerusalem alle vernichten wollte, die diesen Namen anrufen, und ist er nicht deshalb hierhergekommen, daß er sie gefesselt zu den Hohenpriestern führe? Saulus aber gewann immer mehr an Kraft und trieb die Juden in die Enge, die in Damaskus wohnten, und bewies, daß Jesus der Christus ist. Nach mehreren Tagen aber hielten die Juden Rat und beschlossen, ihn zu töten. Aber es wurde Saulus bekannt, daß sie ihm nachstellten. Sie bewachten Tag und Nacht auch die Tore, um ihn zu töten. Da nahmen ihn seine Jünger bei Nacht und ließen ihn in einem Korb die Mauer hinab. Als er aber nach Jerusalem kam, versuchte er, sich zu den Jüngern zu halten; doch sie fürchteten sich alle vor ihm und glaubten nicht, daß er ein Jünger wäre. Barnabas aber nahm ihn zu sich und führte ihn zu den Aposteln und erzählte ihnen, wie Saulus auf dem Wege den Herrn gesehen und daß der mit ihm geredet und wie er in Damaskus im Namen Jesu frei und offen gepredigt hätte. Und er ging bei ihnen in Jerusalem ein und aus und predigte im Namen des Herrn frei und offen. Er redete und stritt auch mit den griechischen Juden; aber sie stellten ihm nach, um ihn zu töten. Als das die Brüder erfuhren, geleiteten sie ihn nach Cäsarea und schickten ihn weiter nach Tarsus.“

Die Begegnung mit Jesus war für Saulus keine schöne Erfahrung. Er fand auch nicht Antworten auf Fragen, die er schon lange gestellt hatte. Im Gegenteil. Er stürzte vom hohen Ross. Alle Antworten, die er bisher gewusst hatte, werden ihm sozusagen aus der Hand geschlagen. Er kann nicht mehr sehen. Das ist körperlich wahr, aber auch im übertragenen Sinne. Er war vorher überzeugt davon, dass die Sache mit Jesus Unsinn ist. Nun war er der Wirklichkeit des auferstandenen Herrn begegnet. Vorher hatte er den gekreuzigten Jesus verachtet. Jetzt wusste er, dass nur dieser Jesus Vergebung der Schuld und Versöhnung mit Gott schaffen kann.

Saulus macht eine außergewöhnliche Erfahrung auf der Straße nach Damaskus. Viele wünschen sich solche Erlebnisse, um an Jesus glauben zu können. Aber durch das Wunder auf der Straße erlebt er nur den Schrecken und das Ende seiner bisherigen Erkenntnisse. Die Rettung seines Lebens, die Heilung und die Vergebung der Sünden erfährt er durch die Mitarbeit eines etwas ängstlichen Christen namens Hananias.

Was ist Erfolg?

Und durch den erfährt er dann auch die neue Berufung für sein Leben: „...denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Völker und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen.“ Immer wieder drehte Jesus seine stärksten Gegner um und macht sie zu seinen wichtigsten Mitarbeitern. Das geschieht auch heute. Gott sei Dank.

Am Beispiel des Paulus - sein hebräischer Name Saulus wurde zum griechischen Paulus - können wir auch studieren, ob sinnvolles Leben auch erfolgreiches Leben ist. War Paulus erfolgreich? Sicherlich, durch ihn ist die Botschaft von Jesus Christus nach Europa gekommen. Aber gleich am Anfang seines Lebens mit Jesus erfährt er, dass er durch viele Leiden gehen muss. Paulus hatte die Christen in Jerusalem verfolgt. Er hatte sie ins Gefängnis gebracht. Es wird berichtet, dass er mit Zustimmung und Wohlgefallen der Steinigung des Stefanus zugeschaut hatte. In seinem Dienst für Jesus wird er nun selber geprügelt, verhaftet, sogar gesteinigt. Macht das Sinn?

Was Jesus dem Paulus für seine Person speziell vorausgesagt hat, das hat er allen, die ihm nachfolgen, angekündigt. Jesus hat sogar erklärt, wie dieses Leiden ursächlich mit dem Erfolg zusammenhängt. "Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht." (Johannesevangelium, Kapitel 12,24) Erfolg in der Arbeit für Gott entsteht immer nach dem Weizenkornprinzip. Das Saatkorn wird in die Erde gelegt. Das sieht nach Beerdigung aus. Aber nur so kann es sich vermehren.

Dass Gott auch heute nach diesem Prinzip arbeitet, haben wir in den letzten Jahrzehnten in China erlebt. Die kommunistischen Diktatoren wollten die Christen ausrotten. Tausende sind auf grausame Weise in Straflagern umgebracht worden. Aber heute wachsen die chinesischen Kirchen so schnell und so stark wie nirgendwo sonst auf der Welt Kirchen wachsen. Und nicht nur die vom Staat registrierten und genehmigten Kirchen, sondern auch die Hauskirchen, die eine solche Registrierung ablehnen, weil sie sich keiner staatlichen Kontrolle unterstellen wollen. Es gibt je nach Region immer noch massive Unterdrückung und Verfolgung der Christen. Aber die Kirchen wachsen.

Wenn Sie also ein leichtes Leben ohne Probleme und mit schnellem Erfolg suchen, dann sollten sie lieber nicht Jesus nachfolgen. Wenn Sie aber ein Leben führen wollen, dass die Liebe Gottes widerspiegelt und für andere Menschen eine spürbare Hilfe wird, dann folgen Sie Jesus nach. Seine Liebe wird Ihr Leben erfüllen und bestimmen. Gott hat jedem von uns besondere Begabungen gegeben. Dadurch können wir uns in der Gemeinschaft der Christen gegenseitig ergänzen. Keiner kann alles allein. Das ist gut so.

Darum leben wir unser Leben als Christen auch nicht in Isolation. Wir leben als Christen in Gemeinschaft mit anderen Menschen, die Jesus wie wir nachfolgen. In dieser Gemeinschaft entdecken wir unsere Begabungen. Wir setzen sie ein und durch diesen praktischen Einsatz trainieren wir sie.

Wir lernen auch unsere Begrenzungen kennen. Manche Grenzen können wir überwinden. Andere müssen wir akzeptieren. Aus der Kombination von Begabung und Begrenzung ergibt sich unser besonderer Auftrag in dieser Welt. Es ist sehr spannend, immer wieder die richtigen Einsatzplätze zu entdecken, die Gott für uns vorgesehen hat. Arbeit gibt es allerdings in dieser Welt genug.

Leider ist es für Viele heute nicht leicht, bezahlte Berufstätigkeit zu finden. Das ist ein eigenes Problem, an dessen Lösung engagierte Christen mitarbeiten müssen. Es fängt damit an, dass wir innerhalb der christlichen Gemeinden dafür sorgen, dass keiner Not leidet. Die erste Gemeinde in Jerusalem hat man in der Öffentlichkeit daran erkannt, dass die Christen mit ihrem Besitz so umgingen, dass keiner Mangel litt. Achtung! Wir können uns nicht einfach darauf verlassen, dass Notleidende durch das soziale Netz aufgefangen werden. 

Aber Erwerbsarbeit ist nicht der einzige Bereich, in dem wir unsere Begabungen einsetzen können. Freiwillige Mitarbeit ohne Bezahlung bietet ein weites Feld, die Liebe Gottes weiterzugeben. Jede christliche Gemeinde muss nach innen und außen solche Dienste organisieren und Einsatzmöglichkeiten schaffen. Schauen Sie, wo Sie sich einbringen können!

Jesus hat unser Leben sinnvoll gemacht. Das große Ja-Wort der Liebe Gottes am Kreuz gibt unserem Leben unverlierbaren Sinn. Und weil unser Leben sinnvoll ist, dürfen wir Sinnvolles tun.

Leben mit Zukunftsgarantie

Der Sinn unseres Lebens gründet vor allen Dingen in der Liebe. Zuerst, dass wir von Gott geliebt werden. Diese Erfahrung befähigt uns dazu, Liebe weiterzugeben. Die Liebe stärkt dem Leben den Rücken.

Ganz am Anfang habe ich darüber geschrieben, dass der Tod alle Pläne durchkreuzt und den Sinn unseres Lebens zunichte macht. Damit ist klar, dass der Sinn unseres Lebens nicht gesichert ist, wenn der Tod das letzte Wort hat.

Mit großem Interesse habe ich das Buch von Frank Schirrmacher "Das Methusalem-Komplott“ gelesen. Das heißt, ich bin mit großer Neugier an das Buch herangegangen. Im Alter von 65 Jahren hat man ja allen Grund, über das Alter nachzudenken. Sehr positiv hat mich die klare Sprache angerührt. Ich hasse die Lebenslügen, mit denen sich alte Menschen wie junge Leute darstellen. Da kann man die Angst mit Händen greifen. Sie wollen sich nicht eingestehen, dass sie alt sind. Alt sind immer nur die anderen. Merkwürdig: Auch sterben ja immer nur die anderen.

Überzeugend ist Schirrmachers Appell an die Alten, der Tatsache ins Auge zu sehen, dass sie das Alter aktiv gestalten müssen. Wirklich neu ist das ja nicht. Auch die Statistiken von der steigenden Lebenserwartung – bei den Frauen etwas höher als bei den Männern – sind keine neuen Offenbarungen. Über die Folgen haben allerdings die Wenigsten nachgedacht.

Enttäuscht hat mich die fehlende Hoffnung in dem Buch. Das ist die Philosophie der leicht erweiterten Todeszelle, wenn Schirrmacher schreibt: „Unsere Mission ist es, alt zu werden. Wir haben keine andere. Es ist die Aufgabe unseres Lebens.“Schirrmacher bezieht sich auf eine Aussage des Soziologen Max Weber, der kurz nach dem Ersten Weltkrieg schon geschrieben habe, „dass der moderne Mensch nicht mehr wie Abraham ‚alt und lebenssatt’ sterben könne, weil es in seinem Leben immer Neues gibt, das er noch kennen lernen möchte. Wir können den Umkreis des Erfahrbaren, anders als Erwachsene lange zurückliegender Epochen, nicht mehr ausschreiten. Darum hat für uns alle der Tod keinen kulturellen Sinn."

Das ist die Hilflosigkeit der Multioptionsgesellschaft, einer Gesellschaft, in der wir unzählige Wahlmöglichkeiten, aber keinen Maßstab für ihre Beurteilung haben. Alles könnte gleich wichtig sein. Wir müssen also zusehen, dass wir nichts verpassen. Der Tod ist unser schärfster Feind, weil er unsere Wahlmöglichkeiten vernichtet, obwohl wir mit der Auswahl noch gar nicht fertig sein können. Die Folge ist: Panik bis ins hohe Alter.

Seitdem Jesus Christus am Kreuz gestorben ist und Gott ihn an Ostern auferweckt hat, ist der Tod überwunden. Wer Jesus Christus vertraut, hat eine Lebensperspektive in Gemeinschaft mit ihm über die Todesgrenze hinaus. Solange ich auf dieser Erde lebe, weiß ich, dass Gott noch etwas mit mir vorhat. Das gilt auch, wenn die Kräfte nachlassen und die Schmerzen des Alters die Annehmlichkeiten überwiegen. Der Sinn meines Lebens ergibt sich nicht aus dem, was ich noch leisten kann. Ich bin geliebt. Gott steht zu mir. Ihm vertraue ich, dass nichts mich von seiner Liebe scheiden kann.

Ich liebe das wunderbare Gebet aus Psalm 71,17-18: „Gott, du hast mich von Jugend auf gelehrt, und noch jetzt verkündige ich deine Wunder. Auch im Alter, Gott, verlass mich nicht, wenn ich grau werde, bis ich deine Macht verkündige Kindeskindern und deine Kraft allen, die noch kommen sollen." Und im Psalm 148, 7.12 lesen wir die Aufforderung: „Lobet den Herrn auf Erden, Alte mit den Jungen!“

Jesus hat uns gesagt, was unsere Mission ist: "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch."   (Johannes-Evangelium, Kapitel 20,21) „Trachtet zuerst nach Gottes Herrschaft und nach seiner Gerechtigkeit, dann wird euch alles, was ihr zum Leben braucht, zufallen.“ (Matthäus-Evangelium, Kapitel 6,33)

Unser Zukunftshorizont ist Gottes neue Welt. Darauf richten wir uns aus. Darum beten wir: „Dein Reich komme! Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden!" Die Hoffnung verdichtet sich, je näher wir dem Ziel kommen. Wir haben ein Leben lang erfahren, dass Gott seine Zusagen hält. Nun sind wir gespannt, wie er uns zum Ziel bringt. Doch, es gibt eine Kultur des Sterbens. Wir müssen angesichts des Todes nicht den Kopf in den Sand stecken.

Ich sage nicht, dass das Leben leicht ist. Aber ich sage, dass wir nicht allein sind. Gott hält seine Versprechen. Das gilt für die Jungen und für die Alten.

Martin Luther King hat an dem Abend, bevor er in Memphis hinterhältig ermordet wurde(3. April 1968), von dieser zukünftigen Hoffnung gesprochen und auch davon, welche Kraft sie für den Kampf um Gerechtigkeit heute gibt. Am Schluss seiner Rede sagte er:

“Ich weiß nicht, was jetzt passieren wird; wir haben einige schwierige Tage vor uns. Aber das ist jetzt nicht wichtig, ich war auf dem Gipfel des Berges. Wie jeder möchte ich gern lange leben. Aber darum sorge ich mich jetzt nicht. Ich möchte nur Gottes Willen tun. Und er hat mir erlaubt, auf den Berg zu gehen. Und ich habe hinübergesehen, ich habe das verheißene Land gesehen.  Ich werde wohl nicht mit euch dorthin kommen. Aber ich möchte, dass ihr heute Abend wisst, dass wir, als ein Volk, in das verheißene Land kommen werden. Ich bin heute Abend froh; ich bin nicht besorgt; ich fürchte niemanden. Meine Augen haben die Herrlichkeit des kommenden Herrn gesehen.“

Bitte nicht allein!

Jesus Christus ist die Schlüsselperson. Alles entscheidende hängt von ihm ab. Er ist die Liebe Gottes in Person. Diese Liebe garantiert uns, dass unser Leben sinnvoll ist. Weil unser Leben sinnvoll ist, sollen und dürfen wir Sinnvolles tun. Unser Leben wird ein Fest der Dankbarkeit für Gottes Liebe.

Durch seine Auferweckung öffnet Jesus uns den Weg in die Zukunft. Er hat den Tod besiegt. Darum kann nichts uns von Jesus trennen. Alles, was wir nach seinem Willen tun, hat ewige Bedeutung. Nichts ist vergeblich.

Es kommt also vor allen Dingen darauf an, dass wir in einer persönlichen Beziehung zu Jesus Christus leben. Wir vertrauen ihm. Wir hören auf sein Wort in der Bibel. Wir sprechen zu ihm im Gebet. Wir gehorchen ihm.

Dazu gehört: Wir leben in einer Gemeinschaft mit Jesus und mit allen anderen Menschen, die an Jesus Christus glauben. Man hört heute oft den Satz: „Religion ist Privatsache". Das ist zum Teil richtig, weil jeder einzelne Menschen seine Entscheidung treffen und Gott seine Antwort geben muss. Aber wenn wir mit Jesus verbunden sind, sind wir zugleich mit allen anderen Christen verbunden.

In dieser Gemeinschaft feiern wir Jesus in den Gottesdiensten. Wir helfen uns gegenseitig und wir ergänzen uns mit unseren verschiedenen Begabungen. Das ist aber kein Club für Christen, die sich ein gemütliches Leben machen wollen. Das ist die Mannschaft Gottes, die er zur Hilfe für andere Menschen in dieser Welt einsetzen will.

Wenn Sie also Ihren Platz und Ihre Aufgabe in dieser Welt finden wollen, dann suchen Sie die Gemeinschaft der Christen. Sie werden dort gebraucht, um andere zu unterstützen. Sie werden dort auch für sich selbst die nötige Hilfe finden. In dieser Gemeinschaft werden Sie herausgefordert, Ihre Zeit, Ihre Kraft, Ihr Geld und Ihre Begabungen so einzusetzen, dass Menschen die Liebe Gottes in Wort und Tat erfahren.

Die Entscheidung, Jesus Christus zu folgen, ist zugleich die Entscheidung, mit anderen Christen in Gemeinschaft zu leben. Das ist für jeden einzelnen so lebensnotwendig, wie es für die einzelnen Körperteile und Organe lebensnotwendig ist im Körper miteinander verbunden zu sein. Nur so kann der Körper unter der Regie des Kopfes seine Bewegungen ausführen. Wenn einzelne Körperteile oder Organe ihren Dienst verweigern, ist der ganze Körper behindert.

Die Körperteile brauchen den inneren Dienst untereinander, damit der ganze Körper nach außen seine Arbeit tun kann, die anderen zugute kommt. Das ist ein starker Vergleich für die Gemeinschaft der Christen unter der Regie von Jesus Christus. Lesen Sie einmal im 1. Korinther-Brief das Kapitel 12. Dort wird dargestellt, wie der Organismus des Leibes von Jesus Christus lebt. Das ist ganz einfach zu verstehen. Damit ein sinnvolles Leben daraus wird, müssen wir es praktizieren.

 

Ausblick:

Ein Gebet und die Folgen

Alles, was Sie bisher gelesen haben, ist eine Einladung zum Glauben an Jesus Christus. Wenn Sie auf diese Einladung eingehen möchten, schlage ich Ihnen vor, das mit dem folgenden Gebet zu tun:

Jesus, ich danke Dir, dass Du mich so sehr liebst.Ich habe Deine Einladung gehört und öffne Dir mein Leben.

Ich bekenne Dir meine Sünde und bitte Dich um Vergebung.

Ich danke Dir, dass Du am Kreuz für mich gestorben bist.

Ich danke Dir, dass Du mir alle meine Schuld vergeben hast.

Mein ganzes Leben soll von jetzt an Dir gehören.

Dir will ich folgen.

Du bist mein Herr.

Hilf mir, dass ich Deinen Willen erkenne und tue.

Ich will Dein Wort lesen.

Ich will mich zu Deiner Gemeinde halten.

Danke, dass Du mich angenommen hast. Amen.


Beten Sie dieses Gebet am besten zusammen mit einem Zeugen. Oder erzählen Sie einem anderen Christen, wenn Sie es für sich allein gebetet haben.

Falls Sie nicht schon Verbindung zu einer Gemeinde von Christen haben, nehmen Sie bitte Kontakt zu einer Gemeinde in Ihrer Umgebung auf. Feiern Sie sonntags regelmäßig mit den anderen Christen Gottesdienst. Und nutzen Sie die Möglichkeiten, in kleinen Gruppen die Bibel zu lesen, Fragen miteinander zu besprechen und zu beten.

Nehmen Sie sich täglich Zeit zum Beten und zum Lesen der Bibel. Meine Empfehlung ist, möglichst morgens früh 15 oder 20 Minuten dafür zu reservieren. Beginnen Sie mit einem der Evangelien im Neuen Testament. Lesen Sie einen Abschnitt mehrmals. Machen Sie sich Notizen, damit Sie nicht vergessen, was Gott Ihnen zu verstehen gegeben hat. Antworten Sie im Gebet. Danken Sie Gott für das, was Ihnen beim Lesen der Bibel klar geworden ist. Danken Sie für seine Gaben. Bringen Sie ihm Ihre Sorgen und bitten Sie für andere Menschen.

Es gibt gute Hilfen für das regelmäßige Bibellesen mit Bibelleseplänen und kurzen Erläuterungen. In Ihrer Gemeinde werden Sie sicherlich nicht nur in dieser Sache gute Beratung finden.Gott segne Sie auf Ihrem Weg!


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